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Umgebung und Umgang mit der Behinderung

Jeder geht auf seine Weise mit einer Behinderung um!

Der behinderte Mensch selbst

Im Umgang mit der Sehbehinderung bzw. Blindheit ist sehr entscheidend, wie es zu der Behinderung kam. Ist man beispielsweise bereits ab Geburt behindert dann hat man den riesen Vorteil, dass man direkt mit dem "Problem" aufwächst und somit gleich lernt, damit umzugehen. Wird man durch Krankheit oder einen Unfall behindert, dann hat man das Problem, dass man das Leben ja anders gewöhnt ist. Diese Umstellung fällt sehr schwer. Ein Blinder mit 2%, der noch nie wesentlich besser gesehen hat wird sich somit im täglichen Leben relativ gut zurecht finden; ein Blinder mit 2%, der früher mal 100% gesehen hat, ist - zumindest am Anfang - im täglichen Leben weitgehend hilflos.

Wir haben hier beide das große Glück, bereits mit der Sehbehinderung geboren worden zu sein - und damit kommen wir im täglichen Leben relativ gut zurecht!

Ganz wichtig für das eigene Wohlbefinden ist, dass man seine Behinderung akzeptiert (übrigens egal welche Behinderung man hat!). Nur wer akzeptiert, dass er behindert ist, kann sich auch damit auseinandersetzen. Nur wer sich damit auseinandersetzt kann Lösungen für Probleme finden.

Wir haben die Erfahrung gemacht: Wer über seine eigene Behinderung scherzen kann, der wird wieder richtig Freude am Leben finden!

Die Anderen

Ein großes Problem haben oft die Mitmenschen. Gerade die, die normalerweise nichts mit behinderten Menschen zu tun haben wissen oft nicht, wie sie mit diesen umgehen sollen.

Letztendlich sind behinderte Menschen Menschen wie Du und ich! Somit sollte man also auf behinderte Menschen auch zugehen, wie auf jeden anderen Menschen auch. Der behinderte Mensch ist nichts Besseres und nichts Schlechteres wie andere Menschen. Er benötigt also kein Mitleid und kein Bedauern und keine unaufgeforderte Hilfe.

Einem Rolli-Fahrer die Tür aufhalten oder einen Blinden darauf hinweisen, dass er gerade auf einen Abgrund zuläuft ist keine unaufgeforderte Hilfe. Als unaufgeforderte Hilfe zähle ich, einen Blinden einfach am Arm zu schnappen und zu führen oder einen Rolli-Fahrer einfach herum zu schieben. Das sollte man tunlichst lassen! Damit nimmt man dem Behinderten das Recht selbst zu entscheiden! Ein "normaler" Mensch mag schließlich auch nicht bevormundet werden!

Schön ist, wenn man den behinderten Menschen einfach sagt "Wenn Du Hilfe brauchst, dann sage Bescheid" - und gut ist. Somit ist die Entscheidung beim behinderten Menschen, wann, wo und wie er Hilfe in Anspruch nehmen kann. Dafür ist man dankbar!

Eltern behinderter Kinder

Liebe Eltern: Bitte schützt Euer behindertes Kind nicht vor der Umwelt! Das geht nicht!

Es klingt hart, es ist aber für das behinderte Kind der bessere Weg! Wenn der blinde Junge heute die Treppe herunter fällt, dann weiß er morgen, dass da eine Treppe ist! Vor allem weiß er dann, dass er aufpassen muss! Nur so lernt das Kind! Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Ihr - die Eltern - nicht mehr für das Kind da sein könnt - aus Altersgründen. Wie soll dann das Kind überleben, wenn es nicht zur Selbstständigkeit erzogen wurde????

Macht Eurem Kind klar, dass es behindert ist! Sagt ihm, dass es dadurch Nachteile hat - es wird es sowieso merken! Eure Aufgabe ist es, dem Kind die Möglichkeiten, die es trotz allem hat, zu zeigen und es zu fördern! Somit wird das Kind ganz selbstverständlich lernen, mit der Behinderung umzugehen und später von Anderen Bewunderung dafür erhalten, wie selbstverständlich es mit der Behinderung lebt.

Wir haben diese Erfahrug selbst gemacht und können daher aus eigener Erfahrung sprechen!

Letzte Aktualisierung 13.02.2014  |   © 2018 Familie Ruf   |   Design Ruf-Dienst
 

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